Reichensteuer
Aber richtig!

Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518001387
Broschiert, 63 Seiten, 12,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Ulrike Bischoff. Gabriel Zucman gehört zu den bekanntesten und renommiertesten Ökonomen weltweit. Seit Jahren forscht er zu Steuergerechtigkeit und Steuervermeidung. Gerade diejenigen, so sein Befund, die ein im wahrsten Sinne des Wortes unvorstellbares Vermögen angehäuft haben, leisten oft keinen angemessenen Beitrag zur Finanzierung öffentlicher Kassen. Das ist nicht nur ein Problem für die Staatsfinanzen, sondern auch eine eklatante Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes. Im Februar 2025 votierte die französische Nationalversammlung für die "Taxe Zucman": eine Steuer von zwei Prozent für Superreiche. Seither steht Gabriel Zucman im Zentrum einer hitzigen Debatte. Während einer der reichsten Menschen der Welt ihn persönlich diffamierte, wird er auf den Straßen Frankreichs gefeiert. In seinem neuen Buch erläutert er seinen Vorschlag und erklärt, wie eine solche Steuer auch in Deutschland funktionieren könnte.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2026
Für den Rezensenten Bert Rebhandl und die Linke klingen die Vorschläge des Wirtschaftswissenschaftlers Gabriel Zucman für eine "Reichensteuer" eher wie ein "kleiner Wurf". Dass Zucmans Modell, das im Buch knapp dargestellt wird, eine Begründung hat, glaubt Rebhandl allerdings. Das im Buch auf Frankreich angewandte Modell einer zweiprozentigen Vermögenssteuer erscheint Rebhandl auf andere Länder übertragbar, auch wenn der Effekt in Deutschland "nur" etwa 17 Milliarden betragen würde, wie der Rezensent errechnet. Die Hoffnung von Teilen der Linken dürfte weit darüber hinaus gehen, meint Rebhandl.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.01.2026
Rezensent Michael Hesse liest Gabriel Zucmans Buch als pointierte, gut belegte Intervention gegen die steuerliche Schonung der Superreichen. Der Ökonom zeigt, dass das Problem nicht national, sondern strukturell ist: Ultrareiche organisieren ihr Vermögen so, dass kaum "steuerbares Einkommen" entsteht, während das System erst "ganz oben regressiv" wird. Zucmans Vorschlag einer Mindeststeuer von zwei Prozent auf Nettovermögen über 100 Millionen Euro begründet er mit Gerechtigkeit, "budgetärer Nachhaltigkeit" und dem Schutz der Demokratie: rund 17 Milliarden Euro jährlich seien realistisch, erfahren wir. Hesse hebt hervor, wie schlüssig Zucman Einwände entkräftet: Besteuert werde "der Eigentümer, nicht die Firma", Illiquidität sei oft "bewusst organisiert". Historische und technische Gegenargumente entzaubert der Autor ebenso nüchtern. Der Band, so Hesse, ist knapp, auf den Punkt und endet bewusst optimistisch: Politischer Widerstand sei groß, doch demokratische Kräfte würden langfristig unterschätzt.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 19.01.2026
Gabriel Zucman will die Reichensteuer, erklärt Rezensent Jakob Hayner: Der Wirtschaftsprofessor kritisiert, dass Superreiche oftmals vergleichsweise wenig Einkommenssteuer zahlen, weil ihr Vermögen in Aktien und Unternehmen steckt. Das führe dann zu so kuriosen Situationen, dass Jeff Bezos Familienbeihilfe beziehen kann. Dem will Zucman mit einer nach ihm benannten Steuer entgegenwirken, schildert Hayner, es soll in Frankreich eine "pauschale Mindeststeuer" von zwei Prozent ab hundert Millionen Euro Vermögen geben. Dieser Vorschlag solle auch abmildern, dass vor allem mittlere und untere Verdienstklassen unter der Einkommensteuer litten. Auf nur 63 Seiten kann der Autor dem Kritiker mit vielen Argumenten zeigen, warum eine Reichensteuer richtig ist und im Laufe der Zeit auch selbstverständlich werden könnte.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 14.01.2026
Rezensent Nils Schniederjann stellt Gabriel Zucmans Essay als selten klare, kompakte und "elegante" Intervention vor: Ausgangspunkt ist der Befund, dass Milliardäre "fast nichts zur Finanzierung des Gemeinwesens" beitragen, weil sie Einkommen über Holdings beziehen, erfahren wir. Zucmans pragmatische Lösung: eine jährliche Mindeststeuer von 2 Prozent auf Vermögen über 100 Millionen, die allein in Deutschland rund 17 Milliarden Euro brächte. Das sei Frage der Gerechtigkeit, der "budgetären Nachhaltigkeit" und der Demokratie. Einwände wie Kapitalflucht räumt er nüchtern ab ("Wegziehen lohnt sich nicht"), die Darstellung bleibt "präzise" und gut verständlich auf knapp fünfzig Seiten. Besonders überzeugt die positive Zukunftsvision: Wie einst die Einkommenssteuer werde sich auch diese Reform durchsetzen und zum "Eckpfeiler" moderner Solidarität und wirtschaftlicher Entwicklung werden, am Ende eine "Selbstverständlichkeit".