Mit der Laudatio von Monika Krause zur Verleihung des Siegfried-Landshut-Preises. Immer mehr Vermögen liegt in immer weniger Händen. Oder anders gesagt: Die Reichen haben sich vom Rest der Gesellschaft entfernt, und die Superreichen haben sich von den Reichen entfernt. Die enorme Vermögensungleichheit bringt uns zurück in die Vergangenheit. Sie lässt, so der renommierte Soziologe Mike Savage, Zustände aufleben, von denen wir dachten, wir hätten sie überwunden: dynastischen Elitismus, Klientelismus und vererbte Privilegien. Die ökonomische Ungleichheit verschärft so auch kulturelle, soziale und politische Konflikte. Und diese Entwicklungen untergraben letztlich die Grundlagen liberaler Demokratien: den Glauben an Fortschritt für alle und das Vertrauen in die Fürsorge der politischen Gemeinschaft für ihre Mitglieder. Darüber hinaus entwickelt Mike Savage in seinem Buch Vorschläge, wie wir den Herausforderungen begegnen können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.12.2023
Ganz beeindruckt ist Rezensent Rudolf Walther von diesem Buch des Soziologen Mike Savage, der den Mut hat, eine Lücke in seiner Disziplin nicht nur zu benennen, sondern sich dieser auch zu widmen: Er erforscht, mit Rekursen auf allerhand Theoretiker von Bourdieu bis Piketty, wieso Wirtschaftswachstum und Kapitalgewinne Ungleichheit erzeugen. Um diese Mechanismen aufzudecken, so Walther, widmet sich der Autor unter anderem sozialen Klassen, deren Einteilung er als mitursächlich für die drastischen Unterschiede sieht. Etwas weniger überzeugend ist für den Kritiker das Plädoyer Savages für demokratischen Radikalismus und Nationalismus, ob das reicht für eine gerechtere Demokratie, wagt er zu bezweifeln. Dennoch gerade in der stringenten "historisch-analytischen Argumentation" ein lesenswerter Beitrag, findet der Rezensent.
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