Sensibilität und Authentizität prägen die neuen Texte von Gabriele Wohmann, in denen sich die Autorin mit der Krankheit der Schwester auseinandersetzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.07.2001
Gegen das, was Albert von Schirnding in seiner Besprechung als "frivole Positivität" bezeichnet, geht es in diesem Buch. Das literarische Alter Ego der Autorin, schreibt Schirnding achtungsvoll, versage sich "jeden transzendentalen Trost" im Umgang mit dem Tod der Schwester. So ernst wie nie sei das und derart nah erlebt, dass der Rezensent sich die Augen reibt: ein Protokoll, ein Stück dokumentarischer Literatur? Aber nein, Schirnding atmet auf. Wohmann, schreibt er, begegne dem Phänomen Sterben und Tod mit poetischen Mitteln. Und wir lernen, "dass der Umweg über das Erzählen tiefer in die Wahrheit des zu Bewältigenden führt, als es auf der Direttissima unmittelbarer Trauer-Schreibarbeit möglich gewesen wäre."
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