Bringt eine Erbschaft den Sandmanns das Glück? Für Tatjana, Nikolai und ihre zehnjährige Tochter Marie kommt sie fast überraschend: die Erbschaft von Tante Rose, die ihnen ein neues Leben ermöglicht. Aus der liebgewonnenen Altbauwohnung ziehen sie in Tante Roses Villa und in ein Viertel mit vermögenden Nachbarn, die alle Geheimnisse zu haben scheinen. Was zunächst anmutet wie die Erfüllung eines Traums, stellt die Familie bald auf eine schwere Probe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2023
Rezensent Oliver Jungen begreift nicht, wieso Georg M. Oswald seiner Geschichte um eine Mittelschichtsfamilie, die plötzlich zu Reichtum kommt, so derart langweilig erzählt. Haut schon der Plot den Rezensenten nicht vom Hocker, auch wenn Oswald Moralfragen verhandelt und Gesellschaftskritik übt, bringen ihn eine geheimnislose Sprache, öde Dialoge, lieblos entworfene Figuren und die vielen Klischees im Text regelrecht zur Verzweiflung. Wirkt wie die vereinfachte fiktive Adaption einer Reportage von Julia Friedrichs, meint Jungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2023
Die "Selbsttäuschungen bürgerlich-akademischer Lebensentwürfe" demontiert Georg M. Oswald ein weiteres Mal in seinem neuen Roman: Rezensent Tobias Haberl ist gefesselt. Es geht um das Ehepaar Sandmann, dessen Leben aus den Fugen gerät, als Tatjana Sandmann von ihrer Tante Rosi ein Millionenvermögen erbt und eine Villa noch dazu, verrät der Kritiker. Die langjährig konstruierte Identität als Kulturschaffende mit mehr intellektuellem als finanziellem Kapital und hohem moralischen Anspruch gerät mit dem Reichtum nämlich gehörig ins Wanken, lesen wir. Vor allem, als sich im letzten Drittel des Romans, der für Haberl "thrillerhafte Züge" entwickelt, herausstellt, dass die geerbte Villa einmal einer jüdischen Familie gehörte. Mit Raffinesse zeigt Oswald die "Lebenslügen" einer vermeintlich selbstbestimmten Existenz auf und macht dabei bewusst, welch eine "gefährdete Konstruktion" das eigene Leben doch darstellt, lobt der Kritiker.
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