"Als Barbar im Prater" ist nicht nur Autobiografie, sondern auch der spannende Roman einer Kindheit und Jugend (1928?1950), die Geschichte einer Über-Lebensstrategie, geschrieben von einem, der die Menschen liebt und deshalb rechtmäßig als ihr schärfster Kritiker fungiert. Ob es um die Eroberung der "großen Weinbeute" im Gemäuer der Salzburger Festung geht, um die geheime sexuelle Bedeutung des Worts "Hawaii" für ein Dienstmädchen oder um den irrtümlichen Verlust einer Hakenkreuzfahne, wegen dem er 1944 zum "Osteinsatz" verurteilt wird...
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.12.2001
Ziemlich spannend findet Gerald Schmickl diese autobiografischen Aufzeichnungen des Dichters Gerhard Amanshauser, in denen er seine Jugend im Nationalsozialismus und seinen Weg zur Dichtung nachzeichnet. Dabei erzählt er nach Schmickels Empfinden sehr ehrlich von seinem Mitläufertum und liefert darüber hinaus einen spannenden Bericht seiner Kindheit und Jugend und der Genese seiner literarischen Ambitionen. Die Aufzeichnungen, die teilweise aus früheren Büchern von Amanshauser stammen, sind mit transkribierten Gesprächen und Fotos angereichert. Doch trotz dieser collageartigen Präsentation des Lebens des Dichters entsteht "eine stringente Erzählung - in Fluss gehalten durch Amanshausers schnörkellos-geschmeidige und zugleich höchst präzise Sprache", so das Lob des Rezensenten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2001
Besonders beeindruckend findet Günther Stocker an dieser Autobiografie, dass der Autor keine "selbstgerechte Anklageschrift gegen die Generation der Eltern" geschrieben hat. Denn sowohl Amanshausers Eltern als auch seine Verwandtschaft habe aus überzeugten Nationalsozialisten bestanden, die "Teile seines Bewusstseins für immer verwüstet" hätten. Schließlich sei der Autor selbst als Jugendlicher in der Hitlerjugend gewesen, schreibt der Rezensent. Die Erfahrungen aus dieser Zeit seien zum "Angelpunkt seines Lebens" geworden; frühzeitig habe Amanshauser sich zurückgezogen, um als Schriftsteller zu leben, notiert der Rezensent. Die Selbstbeschreibungen des Autors setzten sich aus Anekdoten, Tagebuch-Notizen und Briefausschnitten zusammen. Daraus hat Stocker "aufschlussreiche Einblicke" gewonnen.
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