In Kiel begann 1918 die Revolution, die den Ersten Weltkrieg beendete und der Weimarer Republik den Weg ebnete. Theodor Plievier gehörte selbst zu den kriegsmüden Soldaten, die nicht mehr bereit waren, ihr Leben für einen bereits verlorenen Krieg zu opfern. Mit "Der Kaiser ging, die Generäle blieben" verfasste Plievier einen dokumentarischen Roman, der die Ereignisse von Kiel bis Berlin erfasst und so ein "lebendiges Gesamtbild" (Plievier) der Zeit schuf. Es ist ein Roman voller Lokalkolorit zwischen Kiel und Berlin über eine entscheidende Zeit der deutschen Geschichte und ein wichtiger Teil der deutschen Literatur aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, dessen Wiederentdeckung sich unbedingt lohnt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2018
Rezensent Kai Sina empfiehlt das kritische Studium des erstmals 1932 erschienenen Buchs von Theodor Plievier. Mit ästhetischem Genuss allein kommt der Leser nicht weiter, suggeriert er. Erst aus der Kombination von historischer Treue (belegt durch Quellen- und Literaturverzeichnis) und Literarisierung entstehen bei Plievier die Ereignisse der Novemberrevolution von 1918 neu, erklärt Sina. Plieviers szenisches historisches Erzählen vom Krieg aus Amtsstuben, Wohnungen und von Schlachtfeldern hat für den Rezensenten aber auch seine Tücken. Das dauernde Nachempfinden verursacht ihm Kopfschwirren, zumal der Autor mit Montage, Collage, Parataktik und filmischen Mitteln nicht spart. Ein Gesamtbild ergibt sich leider nicht, und Plieviers Deutungen der Geschichte sind wohl auch mit Vorsicht zu genießen, wie Sina ahnen lässt. Walter Arnolds Kommentar scheint ihm schon aus diesem Grund äußerst hilfreich.
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