Gerhard Neumann, Rainer Warning (Hg.)

Transgressionen

Literatur als Ethnografie
Cover: Transgressionen
Rombach Verlag, Freiburg 2003
ISBN 9783793093282
Broschiert, 380 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Die Literaturwissenschaften stellen sie die Frage nach dem Ort und der Funktion literarischer Diskurse im Prozess der Zivilisation, nach dem Verhältnis der Literatur zu sprachlichen, bildlichen und pragmatischen Vorgängen in anderen Feldern der Gesellschaft. Es ist ein Interesse für Ordnungsbildungen in der Kultur und deren Niederschlag in der Literatur, für soziale Praktiken, Ereignisse, Zeremonien und Rituale, das hier an Bedeutung gewinnt. Der Prozess der Kultur ist aber nicht nur ein solcher der Ordnungsstiftung und Rahmenziehung; er besteht auch in einem komplexen Spiel von Grenzziehung und Grenzüberschreitung. Hier gewinnt der Begriff der Transgression Bedeutung, wie ihn Michel de Certeau und Michel Foucault geprägt haben. Mit ihm wird ein Denken über kulturelles Geschehen in Geltung gesetzt, in dem die Frage nach der Grenze und ihrer Überschreitung an die Stelle jenes dialektischen Denkens tritt, das die Kulturgeschichte der Moderne so lange bestimmt hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.06.2003

"Transgression", Grenzüberschreitung also, ist nach Ansicht des Hg zeichnenden Rezensenten nicht nur ein weiter Begriff, sondern auch ein "weites Feld". Das bezeugen die dreizehn Beiträge des von Gerhard Neumann und Rainer Warning herausgegebenen Bandes. Trotz Transgressionsbegriffs- und Paradigmenwechseln hält sich der Erkenntnisgewinn für den Rezensenten dabei im Rahmen. Zwar werde manches zutage gefördert, räumt er ein, anderes aber auch verschlungen. Die naturwissenschaftlichen Themen etwa oder der musikalische Bereich kommen nach Auffassung des Rezensenten zu kurz. Im wesentlichen würden literarische Phänomene auf vorwiegend herkömmlich literaturwissenschaftliche Weise behandelt, auch wenn sie in einen "geräumigen Kontext" gestellt seien. Während Andreas Kablitz' theologische Betrachtungen die "Grenzen der sinnvollen Fragestellung" nach Meinung des Rezensenten zu überschreiten drohen, lobt er Peter Utz' Untersuchung des Verhältnisses zwischen Original und Übersetzung (Musil/Jaccottet) als "wohltuend sachbezogen".

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