Gerhard Schoenberners Prosagedichte, die er hier erstmals in einer Auswahl vorlegt, zeigen den Essayisten und Publizisten von einer anderen, sehr persönlichen Seite. In ihnen verbinden sich subjektive Lebenserfahrung und politisches Engagement, Kunst und Gewissen. NS-Zeit, Krieg und Nachkrieg sind eigene Kapitel gewidmet. Die Verhältnisse auf der südlichen Halbkugel und die neuen Verfolgungen des freien Worts werden zum Thema. Der zweite Teil des Buches schildert Begegnungen mit fremden wie vertrauten Landschaften. Schließlich ist von der Liebe, von Alter und Tod eindringlich die Rede. Elegisch und satirisch, zornig und heiter oder sachlich registrierend, spricht der Autor zu uns in wechselnden Tonlagen. Poetische Impressionen, Liebeserklärungen an Menschen und Städte, Erinnerungen an die Schrecken der Vergangenheit und nüchterne Protokolle gegenwärtiger Konflikte und Zustände stehen gleichberechtigt nebeneinander.
Kein geringerer als Martin Walser bespricht hier Gerhard Schoenberners Prosagedichtband "Fazit", und aus seiner Rezension spricht Hochachtung, ja Bewunderung. Ihm sei "keine Literatur in deutscher Sprache bekannt, sei es Gedicht oder Prosa, die den Gedichten Schoenberners vergleichbar wäre", adelt Walser den Kollegen, um dann doch Vergleiche anzustellen: der feierliche Ton erinnert ihn an den Brecht der "Buckower Elegien", doch habe Schoenberner viel mehr auszudrücken. Das allgegenwärtige Geschichtsbewusstsein wiederum rücke den Dichter in die Nähe von Hölderlin. In einem Gedicht beschreibt Schoenberner, was er noch lernen möchte: "Die Sprache der Vögel / Die Namen der Winde / Den Lauf der Planeten / Die gezeiten der Meere / Die Gesetze des kapitals". Natürlich sei das nicht modisch - schon eher, nach Schoenberners eigenem Urteil, "megaout". Doch was Schoenberner schreibt, so, Walser, ist "ohne literarische Attitüde. Und ist doch reine Literatur".
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