Palästina und der Nationalsozialismus - Zwischen Achse und Mandatsmacht bewegte sich in Palästina die arabische Wahrnehmung des Nationalsozialismus. Dennoch steht allein der Großmufti von Jerusalem Amin al-Husainis im Zentrum der historischen Wahrnehmung. Seine bedingungslose Kollaboration mit den Nazis dient bis heute als Sinnbild kollektiver arabischer Begeisterung für Hitler. Erstmals fragt die vorliegende Studie differenzierter nach zeitgenössischen arabischen Perspektiven in Palästina und schließt dabei auch Kritik und Vorbehalte gegen NS-Deutschland und den italienischen Faschismus ein. Der rassistisch begründete Antisemitismus der Nazis war den Arabern in Palästina fremd, auch wenn sich die arabische Nationalbewegung im Kampf gegen britische Mandatsmacht und jüdische Einwanderer zunehmend radikalisierte. Dokumente aus deutschen, britischen und israelischen Archiven sowie umfangreiche arabischsprachige Originalquellen belegen die erstaunliche Bandbreite der arabischen Begegnung mit dem Nationalsozialismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.06.2008
Nicht wirklich zufrieden ist Rezensent Wolfgang G. Schwanitz mit Rene Wildangels Buch über Palästina und den Nationalsozialismus. Den Anspruch, die Palästinenser vom Vorwurf der Kollaboration mit den Nazis zu entlasten, kann der Autor in seinen Augen nicht überzeugend einlösen. Dass es auch Araber gab, die die Nazis kritisiert und abgelehnt haben, wie Wildangel am Beispiel palästinensischer Zeitungen aus der britischen Mandatszeit zeigt, hat nach Ansicht von Schwanitz niemand bestritten. An der Naziverstrickung des antisemitischen Großmuftis El-Husseini ändere das nichts. Schwanitz hält Wildangel vor, hinter den Stand der Forschung zurückzufallen, den zum Beispiel der palästinensische Wissenschaftler Philip Mattar erreicht hat. Zudem kann er dem Autor nicht den Vorwurf ersparen, ein schönfärberisches Bild el-Husseinis zu malen. Schließlich moniert er an dem Buch die etwas plakative Darstellung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2007
Mit Interesse hat Rezensent Gottfried Niedhart diese Untersuchung von Rene Wildangel gelesen, die ihm ein "facettenreiches Bild" der palästinensischen Öffentlichkeit unter britischem Mandat bot. Wie der Rezensent in seiner kurzen Kritik nachzeichnet, kommt es Wildangel vor allem darauf an zu zeigen, dass nicht alle Palästinenser die Nazis so freudig begrüßt haben wie der Großmufti von Jerusalem. Selbst die Frontstellung gegen die Juden, deren verstärkte Einwanderung nach der nationalsozialistischen Machtergreifung etwa ein zitierter Journalist fürchtete, führte nicht automatisch zu einem positiven Urteil über die Nazis.
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