Christoph Martin Wieland

Schriften zur deutschen Sprache und Literatur

3 Bände
Cover: Schriften zur deutschen Sprache und Literatur
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783458172697
Gebunden, 2044 Seiten, 98,00 EUR

Klappentext

3 Bände im Schuber. Herausgegeben von Jan Ph. Reemtsma, Hans und Johanna Radspieler. Christoph Martin Wieland (1733 -1813) hat in seinem langen Leben die deutsche Literaturlandschaft stärker geprägt, als dies heute allgemein im Bewußtsein ist. Mit seiner Shakespeare-Übersetzung hat er vor Tieck und A. W. Schlegel diesen größten Dramatiker der Neuzeit im deutschen Sprachraum heimisch gemacht; er hat den Blankvers, wie er durch Lessing und Schiller populär wurde, für die deutsche Bühne etabliert; er hat den ersten deutschen Bildungsroman verfaßt - ohne seinen Agathon wäre Goethes Wilhelm Meister nicht denkbar. Doch Wieland ist nicht nur ein großer Neuerer, sondern auch ein exzellenter Beobachter und Kritiker. Mit seiner Zeitschrift "Teutscher Merkur" hat er das kulturelle Leben seiner Zeit maßgeblich mitgeprägt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.02.2006

Da es sich bei Christoph Martin Wieland um einen schon zu seiner Zeit äußerst seltenen "Kritikertypus" handelt, der heute so gut wie gar nicht mehr auftritt, freut sich Jens Bisky über diese "zuverlässige wie preiswerte" Ausgabe seiner kritischen Schriften. Darin rezensiert Wieland literarische Werke, äußert sich zu geisteswissenschaftlichen Debatten und Übersetzungsproblemen und gibt Auskunft über eigene Schriften, fasst der Rezensent zusammen. Zeitgenossen fanden seine literarischen Urteile zu lasch und wenig pointiert, und wer sich "starke" Meinungsäußerungen oder "kultivierte Rüpeleien" wünscht, wird enttäuscht werden, warnt Bisky. Denn gerade, wenn Wieland "schwere Geschütze auffahre" - ob im Lob oder im Tadel - wirke er "schwach". Wielands "Tugenden" sind sein Interesse an der Sache, die gegenüber bloßem "Rechthaben" die Oberhand behält, und sein Verzicht auf persönliche Angriffe, meint Bisky angetan. Etwas enttäuscht ist er, dass diese Ausgabe es versäumt, den "historischen Kontext" der Texte mitzuliefern, was laut Bisky dazu führt, diese tagesaktuellen Schriften fälschlich als "essayistisches Werk" zu lesen. Wer sich allerdings auf die "wiegenden, wägenden Sätze" dieses Bandes einlassen kann, wird darin die "Arbeitsökonomie der Aufklärung" entdecken können, so der Rezensent eingenommen.

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