In seinem Roman beschreibt Gerold Späth eine Familienhölle. Vier in sich geschlossene Kapitel schildern jeweils einen Tag aus dem Leben eines Mitglieds derselben Familie, der anders verläuft als alle übrigen Tage. Der Vater begeht einen sexuell motivierten Affektmord, die Mutter besinnt sich ihrer lange unterdrückten lesbischen Neigung, die Schwiegertochter gibt sich einem Callboy hin, der Sohn begeht Selbstmord. Mit der ihm eigenen sprachlichen Präzision deckt Späth den Abgrund unter der Oberfläche eines scheinbar geordneten bürgerlichen Lebens auf, die verborgenen Ängste, die uneingestandenen Wünsche und Begierden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2011
Pia Reinacher merkt Gerold Späths Familiensatire von 1974 zwar den Zahn der Zeit deutlich an. Die Intention, satirisch eine Freud'sche "Familienhölle" zu zeichnen, mit all ihren sexuellen Perversionen und verdrängten Trieben, kann heute bei aller Drastik keinen mehr erschrecken, meint die Rezensentin. Dafür weiß sie aber dennoch zu würdigen, dass der Autor, der jüngst für sein Gesamtwerk den Gottfried-Keller-Preis erhielt, hier kühn neue Wege beschreitet und sich mutig auf literarische Experimente einlässt. Und schließlich muss Reinacher zugeben, dass das Buch sie mit seinen Spracheskapaden und seinem Einfallsreichtum ziemlich gut unterhalten hat, auch wenn sie es definitiv nicht zu Späths besten Werken zählt.
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