Eine Familiengeschichte aus der k. u. k. Zeit. Dies ist die Fortsetzung des Romans "Das Haus der dunklen Krüge". Die Kinder des Rittmeisters Bourdanin suchen inmitten der unsicheren Umbruchsepoche vor dem Ersten Weltkrieg ihren Weg. Zwischen Wien, Pilsen und Galizien entsteht so das Porträt einer dem Untergang geweihten Ära. Den Hintergrund dieses Romans bildet das alte Österreich, der Vielvölkerstaat mit seinen Nationalitätenkämpfen und sozialen Umbrüchen. Und schließlich erfolgt, im Geist der Postmoderne, das Versprechen eines Kindes, es werde alles Vergangene erzählen und das Gewesene neu deuten. Denn, wie das Motto des Buches sagt: Nichts wird bewahrt außer durch Verwandlung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2002
Dieter Borchmeyer zeigt sich als großer Bewunderer der bald neunzigjährigen Autorin, die fast 50 Jahre später mit "Bourdanins Kinder" an ihren großen und bedeutenden Familienroman "Das Haus der dunklen Krüge" anschließt. Zu Unrecht sei der Roman damals mit Thomas Manns "Buddenbrooks" verglichen worden, meint Borchmeyer, für ihn steht Fussenegger viel eher in der Tradition des französischen Gesellschaftsromans des 19. Jahrhunderts. Die böhmische Familiengeschichte der Bourdanins begann im 19. Jahrhundert, sie wird nun im neuen Buch bis zum Ende des 2. Weltkriegs weitergeführt. "Bourdanins Kinder" ist stärker autobiografisch geprägt, schreibt der Rezensent, was seines Erachtens dem Roman nicht immer zum ästhetischen Vorteil gereicht. Mal wird dem Leser die Verbindung zu Fusseneggers Familie geradezu aufgedrängt, mal wird die Ich-Erzählerin zu "gefühlig" oder gerät ins "anekdotische Plaudern", womit der epische Bogen auseinander zu fallen drohe. Spannend sei der Roman dennoch, Borchmeyer will ihn geradezu verschlungen haben - nicht immer mit gutem Gewissen.
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