Im Nachlaß Gertrud Kolmars fand sich der umfangreiche Prosatext, der 1930/31 entstand und 1965 erstmals gedruckt wurde. In vielen Details spiegelt er autobiographische Erfahrungen Kolmars im Berlin der späten zwanziger Jahre. Der stärker werdende Antisemitismus und die gleichzeitige Notwendigkeit, sich mit der eigenen jüdischen Identität auseinanderzusetzen, liefern den Hintergrund dieser Erzählung. Die Neuausgabe folgt in ihrer Textgestalt erstmals vollständig dem Typoskript Gertrud Kolmars, das sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befindet. Korrekturen und Varianten des Manuskripts werden im Anhang verzeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2000
Diese Geschichte um eine Mutter, deren Tochter umgebracht wurde und die sich auf die Suche nach dem Mörder macht, hat Hiltrud Häntzschel tief beeindruckt. Sie verweist auf das politische Klima des Jahrs 1930, als Kolmar diese Erzählung schrieb - veröffentlicht wurde sie zuerst 1965. "Spätexpressionistisch" sei Kolmars Prosa in ihrer "bildgesättigten, vibrierenden Sprache". Häntzschel bewundert, mit welcher Präzision und obsessiven Nähe Kolmar aus der Perspektive der Heldin schreibt.
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