Geschichte der Ökonomie

Bibliothek der Geschichte und Politik. Band 21
Cover: Geschichte der Ökonomie
Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783618668107
Gebunden, 982 Seiten, 75,67 EUR

Klappentext

Vierhundert Jahre deutscher Wirtschaftstheorie in 21 klassischen Texten. Aus den Quellen herausgegeben und kommentiert von Johannes Burkhardt und Birger P. Priddat. Mit Texten von Martin Luther, Johannes Coler, Johann A. Schlettwein, Georg Sartorius, Karl Heinrich Rau, Friedrich List, Carl Menger, Karl Marx u.a..
Die historische Spannung ökonomischer Konzepte im Deutschen Reich, einerseits freie Akteure auf freien Märkten zu entwerfen, andererseits aber vom politisch unfreien Bürger ausgehen zu müssen, erklärt den besonderen Denkstil der deutschen Nationalökonomie, die sich angewöhnte, Wirtschaft im Staatskontext zu begreifen. Das Marktversagen der jungen Industriewirtschaften wurde von einer staatspaternalistischen Wohlfahrtsidee begleitet und zu kompensieren versucht. Insofern bleibt die kameralistische Basis des 18. Jahrhunderts in der Nationalökonomie des 19., wenn auch sich ständig modifizierend, erhalten. Es ist dies das - bis heute uns vertraute - Denken in Wirtschaftsordnungen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.01.2001

Nach der Lektüre des Buches vermeint Rezensent Wolfgang Uchatius beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos die Stimmen von Martin Luther und Gustav Schmoller gehört zu haben. Dies ist keineswegs pathologisch, sondern verdankt sich der Erkenntnis, dass Erkenntnissuche "eine relative Angelegenheit ist". Hierfür bietet das vorliegende Buch, das vierhundert Jahre Geschichte der Ökonomie über historische Quellen erzählt, nach Meinung des Rezensenten ein vortreffliches Anschauungsmaterial. Globalisierungsgegnern, die sich durchaus der Worte Luthers bedienen könnten, moderaten Politikern, die mit Schmoller die Vergrößerung des Abstands zwischen Arm und Reich beklagen und natürlich "dem in der modernen Marktwirtschaft lebenden Leser" beschere das Buch "das überraschende Wiedererkennen von Gedanken und Meinungen". Ein wenig bedauert der Rezensent die Beschränkung auf deutschsprachige Denker. Aber auch dem gewinnt er etwas Gutes ab, da sich bei den zu Wort kommenden deutschen Ökonomen die bis heute vorhandene Skepsis gegenüber "der angelsächsischen Schwärmerei von der unregulierten Gesellschaft" abzeichnet. Auch das sei eine "der vielen Geschichten, die das Buch erzählt."

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