Aus dem Italienischen von Monika Lustig. Mit einem Vorwort von Andrea Camilleri. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, gingen die amerikanischen Sieger daran, ein altes Problem zu lösen: Was tun mit den Italienern, die die USA in eine blühende Landschaft des organisierten Verbrechens verwandelt hatten? Die Lösung bekamen viele Gangster zu spüren, als sie 1945 aus dem Gefängnis direkt in ihre alte Heimat Italien zurück verfrachtet wurden. Hier nahm man sie nicht mit offenen Armen auf. Legenden wie Lucky Luciano, gewohnt in Saus und Braus zu leben, landeten auf einer dürren Insel oder in den beengten und überwachten Verhältnissen der Provinz. Gian Carlo Fusco, Entertainer, Schauspieler und ein noch zu entdeckender populärer Chronist der jüngeren italienischen Geschichte, hat ihre Geschichten aufgeschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2014
Hannes Hintermeier bildet sich in Kraftausdrücken aus Gangsterslang und broken English und lernt, was "drizzle" ist: wenn einem sämtliche Handknochen gebrochen werden. Den von Gian Carlo Fusco Anfang der 1960er Jahre aufgeschriebenen Lebensbeichten ehemaliger Mafiaschergen, die die USA Anfang des 20. Jahrhunderts in ihre Heimatdörfer zurückschickte, entnimmt der Rezensent außerdem Informatives über die damalige Polizeiarbeit und Heimatkundliches. Dass Fuscos historische Reportage nichts für zarte Seelen ist, merkt Hintermeier allerdings auch rasch. Weniger erzählt wird hier, meint er, als erschossen und erstochen und erflucht. Fusco aber moralisiert und bewertet nicht. Das rechnet ihm der Rezensent an.
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