Aus dem Italienischen von Walter Kögler und Christine Ammann. Gianluigi Nuzzis neueste Enthüllungen zeigen, dass der Vatikan sich in großem Stil verspekuliert hat. Die Bilanzzahlen sind katastrophal. Nuzzi deckt auf, dass in einer Geheimsitzung am 15. Mai 2018 im Vatikan ein vertraulicher Report behandelt wurde, in dem es um nicht weniger als den Bankrott der katholischen Kirche geht, der in absehbarer Zeit erfolgen wird, sollten nicht umgehend die dringend nötigen Finanzreformen vorgenommen werden. Täglich verliert der Vatikan 120 000 Euro, in den letzten drei Jahren soll der Fehlbetrag um 300 Prozent gestiegen sein. Detaillierte Einblicke in die desolaten Zahlen verdeutlichen, dass Papst Franziskus' Kampf für mehr Transparenz bisher nahezu erfolglos ist.Gianluigi Nuzzi, der 3 000 vertrauliche Dokumente einsehen und auswerten konnte, kommt zu einem vernichtenden Fazit. Der Vatikan steht vor dem heiligen Crash. Minutiös berichtet er über Misswirtschaft, Veruntreuung und Korruption und beweist: Die Lage ist dramatisch, die Pleite steht bevor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.11.2020
Rezensent Arno Widmann hat sich mit einer Doppelbesprechung aufgemacht, Papst Franziskus und den Vatikan besser zu verstehen. Andreas Englischs Buch "Der Pakt gegen den Papst" kann er wenig abgewinnen, weil es seiner Meinung nach vor allem Gerüchte wiedergibt. An Gianluigi Nuzzis Buch "Habgier im Vatikan" gefällt ihm, wie klar hier von Fakten und Zahlen die Rede ist und Nuzzi sogar seine Aufstellungen zu Haushalt, Schulden und Bilanzen offenlegt, auf dass man selbst einmal nachrechnen kann. Wir erfahren, dass von allen Geldquellen - etwa auch Kapitalanlagen und Immobiliengeschäften - es doch die Spenden der Gläubigen sind, die das meiste Geld einbringen. Dennoch könne der Katholischen Kirche, so liest der Kritiker bei Nuzzi, der Ruin drohen - und ist seinerseits am Ende trotz aller Budget-Genauigkeit doch wieder bei jenen Gerüchten gelandet, die sich an Zahlen und Fakten entzünden.
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