Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2004
"Freunde gelehrter Anmerkungen kommen bei der Lektüre dieses Buches auf ihre Kosten", schreibt Friedrich Niewöhner, und ebenso gelehrt liest sich seine Besprechung der Promotion Görge Hasselhoffs. Der Autor beschreibt, wie das Gedankengut des arabisch-jüdischen Philosophen, Arztes und Rabbi Mose ben Maimon, der auch Rabbi Moyses und später Moses Maimonides genannt wurde, Einzug bei den christlichen Scholastikern hielt, nachdem seine Schriften ins Lateinische übertragen wurden. Eine "höchst spannende Angelegenheit", versichert Niewöhner, ohne die Lebensgeschichte dieses spannenden Mannes näher zu skizzieren. Zuletzt hatte wohl der Kölner Theologe Wolfgang Kluxen in den 50er Jahren zu Maimonides geforscht, doch seine Dissertation gab es nur als ein einziges Pflichtexemplar an der Kölner Uni, weiß Niewöhner. Doch Kluxen sei nun überholt beziehungsweise großartig ergänzt, schwärmt der Rezensent. Hasselhoff habe in den wichtigsten Handschriftenabteilungen der europäischen Bibliotheken geforscht und dabei entdeckt, dass Maimonides-Zitate abweichende Übersetzungen und Interpretationen beispielsweise bei dem Begriff der "Messianität Jesu" erfahren haben, was sich folgenreich auf die Dispute der "interreligiösen Kontroversliteratur" ausgewirkt haben dürfte.
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