Herausgegeben von Vera Hierholzer und Sandra Richter. Mit Beiträgen von Hans C. Binswanger, Jean-Claude Trichet und Fotis Jannidis.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2013
Goethe als Vorbild? Aber sicher. Allein, in Wirtschaftsdingen? Dass der Weimarer Fürst auch im Umgang mit Geld äußerst geschickt war, weiß Gustav Seibt spätestens seit der Lektüre dieses Ausstellungskatalogs, für Seibt eine eigenständige wissenschaftliche Publikation mit nicht geringem Erkenntniswert für Germanisten wie für Ökonomen. Gründlich wie Goethe erläutern die 30 Beiträge etwa, wie der Geheimrat Umschuldungen auf den Weg brachte und damit Geld in die Weimarer Kassen spülte, wie er im Faust die erste Konjunkturblase der Weltliteratur platzen lässt, er im Umgang mit knausrigen Verlegern nobelpreiswürdig ausgefuchst um Honorare feilscht oder auch schon mal die Steuer hinterzieht. Wie modern Goethe in wirtschaftlichen Fragen dachte, wie bürgerlich handfest, scheint Seibt vorbildlich.
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