Sarajevo, 28. Juni 1914: Der serbische Gymnasiast Gavrilo Princip erschießt den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Gattin. Das Attentat dient der Habsburgermonarchie als Anlass, um Serbien anzugreifen und führt damit geradewegs in den Ersten Weltkrieg. Was trieb den Todesschützen von Sarajevo an, was radikalisierte ihn und ließ ihn zum Attentäter werden? Im Mittelpunkt stehen Phänomene mit verblüffendem Aktualitätsgehalt: Okkupation, gescheiterte Staaten, Terrorismus. Gregor Mayer zieht Parallelen zwischen der damaligen weltpolitischen Unübersichtlichkeit ihren dramatischen Umbrüchen und Modernisierungsängsten und der heutigen Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2014
Dass Gavrilo Princip und seine Mitverschwörer mehr waren als Statisten der Geschichte, hat Michael Martens schon geahnt. Welche politischen Ziele und Ideen diese Männer umtrieb, erfährt er nun, "souverän" zusammengefasst, noch einmal bei Gregor Mayer, der, wegen dünner Quellenlage zu Princip, wie Martens erklärt, gleich das Portät einer ganzen Generation und ihres intellektuellen Weges zeichnet. Was die Verschwörer wollten, woran sie glaubten, was sie wussten, lernt Martens hier. Allerdings auch, dass der Militärgeheimdienst Serbiens doch zumindest einige Fäden in der Hand hielt. Neben den bekannten Fakten entdeckt Martens im Buch auch einige neue Details. Richtig gut gefällt ihm das Buch, wenn der Autor Princip selbst zu Wort kommen lässt.
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