Die Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer erzählt hier die Geschichte dieser Weltreligion von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Sie beschreibt die Entwicklung des Islam, zeigt auf, wie sie mit der Geschichte von Politik, Recht, Gesellschaft und Kultur verknüpft ist. Der Islam war von Beginn an eine weltoffene Religion: Seit der Gründung der ersten Gemeinde durch Muhammad und den frühen Eroberungen stand er im Austausch mit anderen Religionen und Kulturen. In der arabischen Welt entstand so ein deutlich anderer Islam als in Iran, Indonesien oder auf dem Balkan. Das zeigen unterschiedliche islamische Kunststile ebenso wie unterschiedliche Vorstellungen von Recht und gesellschaftlicher Ordnung. Wenn sich der Islam heute in Auseinandersetzung mit dem Westen in einem tiefgreifenden Wandel befindet, so wird damit ein Prozess fortgesetzt, der bereits vor Jahrhunderten begann.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2006
Mehr kann man von einer nur 330 Seiten starken Geschichte des Islam nicht verlangen, meint "vss" zufrieden. Gudrun Krämer beherrsche sowohl die Kunst der Anordnung als auch die der Lücke. Somit sei ein "übersichtliches" und zum größten Teil "anschauliches" Bild einer Weltreligion und ihrer Entwicklung entstanden, "wohlwollend-kritisch" in der Darstellung und differenziert in der Beschreibung. Als "kleine Schwächen" identifiziert der Rezensent die etwas "beliebig kursorische" Historie Südostasiens, die knappe Bibliografie sowie diverse ebenfalls "kleine" faktische Fehler. Insgesamt aber ist er mit dieser "homogen" wirkenden Geschichte sehr zufrieden. Nur eine Darstellung des "Islam in der Diaspora", also etwa in den USA oder in Europa", vermisst er schmerzlich.
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