Gräfin Elisa von Ahlefeldt gehörte neben Rahel Varnhagen und Caroline von Humboldt zu den wenigen Frauen ihrer Epoche, die den Ausbruch in die Selbstbestimmung wagen konnten. Legendär war ihre Zeit an der Seite des berühmten Majors von Lützow während der Befreiungskriege. Nach der Scheidung lebte sie unverheiratet mit dem Schriftsteller Karl Immermann zusammen und unterhielt nach dessen Trennung einen der wichtigsten Berliner Salons. Mit großer Zuneigung nähert sich Günter de Bruyn dem Schicksal dieser ungewöhnlichen Frau, und wie in seinen vorangegangenen Büchern verweist die individuelle Biografie immer auch auf das Gesamtbild einer bis heute prägenden Epoche.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.04.2013
Ein bisschen eifersüchtig scheint Beatrice von Matt zu sein, die uns über die Verliebtheit Günter de Bruyns in seine schöne, mutige Gräfin berichtet. Für sie hat der Autor Archive von Krakau bis Münster besucht und nach Material aus dem Leben der Gräfin durchforstet, Briefen namentlich. Entstanden ist eine laut Rezensentin faktensatte Erzählung aus der Zeit der Napoleonischen Kriege, über Salons und fesche Preußen. Von Matt staunt, was de Bruyn alles zusammenträgt, über die Gräfin und ihren Liebhaber Karl Immermann, ein Skandal! Manchmal allerdings erscheint es ihr sogar zu viel der Information und die Gestalt verliert an Kontur. Insgesamt aber findet von Matt alles leicht und anschaulich bei de Bruyn.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2012
Kurz vor dem 200. Jahrestag der Befreiungskriege legt Günther de Bruyn, dieses, laut Rezensent Jens Bisky zwischen dem Genre der Biografie und des Romans schillernde, Buch über eine höchst farbige Figur der Epoche vor. Die Gräfin Elisa von Ahlefeldt war durch ihren ersten Mann, den Major Adolph von Lützow, mit den Befreiungskriegen verknüpft. Aber auch in der Zeit der Restauration lebte sie weiter ein dezidiert freies Leben, ließ sich scheiden, lebte mit dem jüngeren Dichter Karl Immermann zusammen und hatte weitere Affären - schon aus der Zeit vor ihrer Ehe hatte sie übrigens ein uneheliches Kind. Manche wollen in ihr gar die Mutter Hans Christian Andersens erkennen! Aber Bruyn nützt dieses Leben nicht zur Kolportage, so Bisky, sondern hält an seiner bekannt ruhigen Erzählweise fest, um dieses Panorama zu entfalten. Bisky fühlt sich an den lakonischen Ton Fontanes erinnert.
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