Mit etlichen in Kupfer gestochenen Sinnbildern aus dem Jahre 1607.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2002
Im Mittelpunkt dieses vergnüglichen Büchleins, wie Albert von Schirnding beteuert, stehen die Bilder: ein Reprint von 18 Kupferstichen rund um das Thema Gier, Geiz und Tugend, einer niederländischen Sittenlehre des 17. Jahrhunderts entnommen. Es handelt sich dabei um Illustrationen zu Horaz-Versen, erläutert Schirnding, wobei das Bild dem Text übergeordnet sei. Der Text stamme vom barocken Dichter Philip van Zesen, der auf die "Reinheit der Muttersprache" gepocht und so aus der Schule der Stoiker beispielsweise die "Ernstsittige Gesellschaft der alten Weisemeister" gemacht habe. Dieses Eintauchen in die barocke Gedanken- und Bilderwelt ist explizit auch für Nichtlateiner geeignet, behauptet der Rezensent. Die Lateiner aber, als welcher er sich ausweist, könnten an einer internen Diskussion teilhaben. Denn der Herausgeber entlarve sich durch eine "ressentimentgeladene Polemik" gegen die akademische Philologenzunft, insbesondere gegen Eckard Lefevres Horaz-Monografie, die Schirnding an die Ausfälle eines Rudolf Borchardt gegen Wilamowitz und dessen Kritik an Nietzsches "Geburt der Tragödie" erinnert. Lateiner unter sich!
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