Mitarbeit: Philipp Sanke. Filme zeigen immer auch die Umwelt der Filmenden, sei es als Realität, sei es als stilisierte Bühne. Dieses Buch zeigt zum einen den Wandel des Stadtbildes als auch den Wandel des Bildes von der Stadt in den deutschen Spielfilmen des vergangenen Jahrhunderts, dem Jahrhundert, in dem der Film als eigenes Medium sich die Welt eroberte. Ein einleitender Essay skizziert Entwicklungslinien und Schwerpunkte, wobei anstelle der im Hauptteil durchlaufenden Chronologie die Filme und filmgeschichtlichen Zusammenhänge unter wechselnden Aspekten diskutiert werden. Die folgenden knapp 70 Filmkapitel werden eingerahmt von einem Überblick über Stadtbilder und -szenen im frühen deutschen Spielfilm bis 1913 und einem Querschnitt durch einschlägige Filme der beiden letzten Jahre des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2002
Rezensent Ralph Eue ist erschlagen. 819 Seiten und zweieinhalb Kilo Buch. Das ist "erschöpfend" im doppelten Wortsinn: "ermüdend" und "umfassend". Aber nachdem er sich erholt hat, ist Eue ganz angetan von diesem "Längs- und Querschnitt" durch hundert Jahre deutsche Filmgeschichte und davon, wie Autor Guntram Vogt das Motiv der "Stadt" in über 70 Spielfilmen untersucht - Vogt ist nach seiner Analyse überzeugt: "Stadt und Kino wachsen und verändern sich miteinander". Die Städte im Film seien nicht bloß Orte der Handlung, sondern selbst Akteure, und das beschreibt der Autor "sachlich" und nachvollziehbar, lobt Eue, der außerdem "geistige Paten" von Vogt ausgemacht hat wie Alexander Kluge oder Wim Wenders und dem es gut gefällt, dass der Autor auch über den deutschen Tellerrand hinaus blickt und einige nicht-deutsche Filme untersucht hat.
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