Herausgegeben von Matthias Brütsch, Vinzenz Hediger, Ursula von Keitz und anderen. Keine andere Kunstform produziert so intensive und vielfältige Gefühlsreaktionen wie das Kino. Gleichwohl ist das Gefühlsleben der Zuschauerinnen und Zuschauer erst seit neustem zum zentralen Thema der filmwissenschaftlichen Diskussion geworden. In den letzten zehn Jahren haben Filmwissenschafter unterschiedlicher Denkrichtungen eine Vielfalt von Ansätzen und Modellen entwickelt, um den Emotionen im Kino auf die Spur zu kommen. Vorarbeiten aus der Psychologie, der analytischen Philosophie und Kognitionswissenschaft werden ebenso beigezogen wie Überlegungen aus der Ästhetik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.06.2006
Jürgen Kasten stellt einen offenbar äußerst gewichtigen Band zur Emotionsforschung am Kinozuschauer vor. Der Band, der Aufsätze bei einer internationalen Tagung zu Ehren der Zürcher Filmwissenschaftlerin Christine Noll Brinckmann enthält, widmet sich seinem Thema mit großem akademischen Ernst, entnehmen wir der Kritik. Die Einführung erklärt dem Leser die zwei Hauptlinien der Filmtheorie der Emotionen, so Kasten: Die eine interessiert sich für das Unbewusste beim Filmerlebnis, das "innere Bild", die andere untersucht die Wirkung des gesprochenen Wortes. Besonders gefallen hat Kasten ein Aufsatz von Thomas Elsaesser, der über Erfahrung und Erlebnis nachgedacht hat, und dessen Theorie der Rezensent zusammenfasst: "Die affektive Struktur des klassischen Kinos sei die des kathartischen Fortschritts vom Verkennen zum Wiedererkennen, visuelle Erlebnisse würden darin zu übertragbarer Erfahrung. Das postmoderne Kino hingegen zersplittere diesen integrativen Prozess und stelle so Erlebnisse ohne Erfahrung bereit." Welche Emotionen diese Erkenntnis beim Kritiker ausgelöst hat, erfahren wir nicht.
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