Aus dem Amerikanischen von Jürgen Brocan. Auf einer Wanderung durch die Provence entdeckt der Schriftsteller Guy Fallows ein zauberhaftes Taubenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Voller Inspiration beginnt er einen neuen Roman zu schreiben. Doch dann trifft er die verführerische und rätselhafte Solange Daubigny; eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Aber Solange hat ein Geheimnis: Jeden Donnerstag schlüpft die elegante Frau in die Rolle einer anderen und nennt sich Frederique. Aber wer ist Frederique? Die Spuren führen Fallows in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als Solanges Mutter einen obskuren Baumeister namens Guido Stampelli mit der Restaurierung des Taubenhauses beauftragt hatte. Die Suche nach dem Geheimnis wird für Fallows zur Obsession, die immer tiefer in dunkle Zeiten der Vergangenheit führt ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.02.2004
Ein seltsam faszinierender Taubenturm in der Provence und zwei Liebesgeschichten, eine davon längst vergangen und doch so wichtig für die zweite, gegenwärtige - Gustaf Sobins Roman, so der Rezensent Swen Alpers, konstruiert ein - manchmal zu genau - ausgeklügeltes System von Motiven und bündelt sie mit "berauschender, ja beinahe barock üppiger" Sprache. Ein Mann will seine Geliebte von der "sorgfältig verdrängten" Vergangenheit befreien, indem er sie ihr wie einen Spiegel vorhält; also schreibt er an einem Roman über die Geschichte des Taubenturms - die Geschichte der Kindheit seiner Geliebten, die Geschichte ihrer Mutter. Der Amerikaner Sobin reflektiere damit das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit, meint Alpers: Was ist die Wahrheit über die Vergangenheit? "Kann Literatur oder Kunst, wenn sie als Mittel eingesetzt und damit missbraucht wird, etwas bewirken?" Alpers gibt kein deutliches Urteil ab, lässt aber keinen Zweifel daran, dass ihn der Roman trotz einiger Mängel beeindruckt hat - ebenso die genaue Übersetzung durch Jürgen Brocan.
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