Eine Epiphanie ist eine plötzliche Erscheinung Gottes, eine Offenbarung. Zwei Menschen stehen sich in der Mitte eines Zimmers gegenüber, liegen im Bett, sie reden, sie streiten oder halten Vorträge. Und die poetisch-prosaischen Stillleben verweben sich zu Kleinstgeschichten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2010
Werner Spies scheint sehr beeindruckt von diesen Prosastücken aus dem Nachlass von Undine Gruenter. Seine Begeisterung an etwas festzumachen, tut sich der Rezensent etwas schwer. Das liegt am mikroskopisch Kleinen, am Punktuellen, auf das sich die Handlung jeweils verdichtet, und am Assoziativen, an den Auslassungen und Sprüngen, die eine Kausalität in den Texten kaum zulässt. Zum besseren Verständnis empfiehlt Spies frühere Arbeiten der Autorin, wo Anschaulichkeit geboten werde. Hier nur Kurzfassungen. Daraus entstehen die Epiphanien, von denen im Titel die Rede ist, als "leidenschaftlichen Naheinstellungen", wie Spies es nennt. Preziös ist das alles nicht, versichert er.
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