Aus dem Hebräischen von Antje Clara Naujoks unter Mitarbeit von Uriel Adiv. Die Geschichte eines Mannes, der kein Opfer mehr sein wollte. Als Itzhak Liebmann 1945 aus dem KZ Mauthausen befreit wird, beschließt er, nie mehr Opfer zu sein. Aus dem Juden Itzhak Liebmann wird der Ingenieur Richard Nowak, der in der Metallfabrik "Rote Fahne" Karriere macht und zum leitenden Kader des kommunistischen Regimes wird. Aber die Vergangenheit Nowaks holt Liebmann ein. Im Zuge stalinistischer Säuberungen wird Richard Nowak vorgeworfen, ein Nazikollaborateur gewesen zu sein. Wegen Beihilfe zur Ermordung von Juden kommt es zu einem Schauprozess des Staates gegen den angeblichen Nowak. Zu spät begreift Liebmann, dass ein Mensch kein zweites Leben wählen kann.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.06.2003
Roman Frister wurde in Deutschland mit seiner Autobiografie "Die Mütze oder der Preis des Lebens" (1998) bekannt. Sein neuestes Buch "Die gestohlene Identität" erzählt die Geschichte des Juden Itzhak Liebmann, der nach seiner Befreiung aus dem KZ Mauthausen mit einer falschen Identität Karriere im kommunistischen Polen macht. Dies wird ihm jedoch zum Verhängnis, denn unwissentlich hat er die Identität eines Kollaborateurs angenommen. Das Buch ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion - und eben das findet Rezensent Karl-Markus Gauß "fragwürdig". Zwar informiert Frister in einem Nachwort über den wahren Hintergrund der Personen und Handlungen, dies macht die Sache in den Augen des Rezensenten aber nur noch bedenklicher. Denn Frister gebe einerseits vor, eine wahre Begebenheit nachzuerzählen, andererseits nehme er sich alle Freiheiten des Genres Roman. Das passt für Gauß nicht zusammen.
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