Dreimal in seinem Leben geriet Gustav Just in die Schlagzeilen: 1957, als er in der DDR mit der sogenannten Harich-Gruppe wegen staatsfeindlicher Verschwörung verhaftet und zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, 1990, als er durch Kassation des Urteils rehabilitiert wurde, und 1992, als er von seiner Funktion als Alterspräsident des Landtags Brandenburg zurücktrat, nachdem eine Pressemeldung über seien Beteiligung an einem Exekutionskommando während des Zweiten Weltkriegs einen Skandal ausgelöst hatte. Von dieser öffentlichen Aufmerksamkeit abgesehen, sieht Just, Angehöriger des Jahrgangs 1921 seine Biografie als typisch deutsch und repräsentativ für seien Generation. In diesem Lebensbericht schildert er die einzelnen Etappen seines Lebens und reflektiert seine jeweiligen politischen Überzeugungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2001
Frank Pergande hält den Lebensbericht von Gustav Just für sehr fesselnd. Der 1921 geborene Journalist kann auf eine wechselhafte Karriere zurückblicken, referiert der Rezensent den Inhalt des Buches. Als Sohn eines Kommunisten begeisterte er sich für die Nationalsozialisten, kehrte später zum Kommunismus zurück, machte kurzfristig Karriere in der SED, landete dann in Bautzen, rappelte sich wieder auf, zog 1990 als Sozialdemokrat und Alterspräsident in den Brandenburgischen Landtag ein und trat von diesem Amt schließlich zurück, weil Walter Janka öffentlich an Justs Wehrmachtsvergangenheit und seine direkte Beteiligung an der Erschießung von Juden erinnerte. Den Rezensenten hat diese Biografie deutlich beeindruckt, und Walter Jankas Erinnerung an die Nazi-Vergangenheit scheint er genauso überflüssig und unangemessen zu finden wie Gustav Just selbst dies tat, der dem Schriftsteller Neid über seine Karriere nach der Wende unterstellte, anstatt die eigenen Taten kritisch zu überdenken.
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