Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2001
Das Thema der von Wolfgang Harich in acht Jahren (1982-89) geschriebenen Abhandlungen - Leben und Denken des Philosophen Nicolai Hartmann - scheint nur für philosophisch Hochgebildete ein Leseschmaus zu sein. Leider entzieht sich auch die Besprechung von Stefan Dornuf dem Verständnis eines normalsterblichen Lesers. Der Rezensent lässt zahlreiche Philosophen, Grundströmungen und Fremdwörter Revue passieren, ohne dass dieses Unterfangen verdeutlichen würde, worum es hier eigentlich geht. Eines lässt sich daraus immerhin ableiten. Dornuf übt scharfe Kritik an Herausgeber Martin Morgenstern, dem er Unkenntnis des Hartmann'schen Werks unterstellt. Die vorliegende Auswahl der Abhandlungen von Wolfgang Harich präsentieren für Dornuf leider weitgehend nur das Leben, nicht das Werk von Hartmann. Vermisst hat der Rezensent auch den "typisch Harich'schen Witz", mit dem dieser auch den sprödesten Stoff auszustatten wusste. Schade, dass eine gewisse Anschaulichkeit im Umgang mit der Philosophie auch unserem Rezensenten fern liegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.05.2001
Glauben wir dem Rezensenten, so gehört das Buch zu denjenigen Arbeiten des Autors, die er mit einem gewissen Genuss an der Sache zu Papier gebracht hat, weil hier "Herkunft, Neigung und Verantwortungsbewusstsein zusammenkamen." Was dieser Mutmaßung in der Besprechung von Stefan Dornuf folgt, ist eine einigermaßen schwerverdauliche Auseinandersetzung mit den philosophischen Differenzen zwischen Heidegger ("Mann der Stunde") mit seiner Betonung der Subjektivität einerseits und Harich, dessen Meister Georg Lukács und dem "oberlehrerhaften" Nicolai Hartmann als Vertreter eines abgehalfterten "objektivistischen" Jahrhunderts. Von der "angenehmen Auflockerung" bei Harich (durch dessen Sarkasmus) ist bei Dornuf leider so gar nichts übrig geblieben.
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