Gustav Seibt

Ein Sommer mit Goethe

Cover: Ein Sommer mit Goethe
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406843600
Gebunden, 272 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Mit 25 Abbildungen. Gustav Seibts kleiner Goethe-Sommerkurs wendet sich an alle, die den Klassiker aus Weimar immer schon einmal kennenlernen wollten, aber sich nicht so recht herangetraut oder bestenfalls einmal Wer reitet so spät durch Nacht und Wind gelesen haben. In fünfzig Kapiteln führt dieses Buch uns mitten hinein in den Kosmos Goethes, stets mit O-Ton zur Hand, und zeigt uns, was er über die Liebe dachte, über Freundschaft, Freiheit, Ordnung und die Natur, sogar über Gott oder auch einfach nur über das richtige Outfit und die Kunst von Jungsein und Altern.Ein Sommer mit Goethe ist keine mit Zitaten garnierte Kurzbiographie in Episoden. Die Latte liegt höher. Es ist ein bestens gelauntes Goethe-Buch, das Lust macht zum Selberlesen und Mitdenken, indem es Goethe in seinem Dichten und Nachdenken und Formulieren vorstellt, nach Themen und durchgehenden Motiven geordnet, der Chronologie seiner Werke folgend, alle Gattungen einbeziehend und stets verführerisch lockend mit ausgesuchten Goethe-Texten. Keiner dieser Ausflüge in Goethes Welt dauert länger als drei Seiten, jeder endet mit einer kleinen Zwischenmusik in Form eine Goethe-Spruchs oder -Gedichts. Der Cicerone, der uns diesen strahlenden Sommer mit Goethe beschert, gehört zu den besten Kennern, die wir in Deutschland haben. 

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.04.2026

Rezensent Andreas Rüttenauer gibt Entwarnung: Gustav Seibts Goethe ist gar nicht so schwierig! Jedenfalls nicht, wenn man nicht dauernd nachschlägt, was der Autor nun wieder meint, worauf er gerade anspielt. Dann entgeht einem ein guter Teil von Seibts Belesenheit, aber der etwas weniger mit Goethe vertraute Leser weiß immerhin: Werther - Roman über Suizid. Eckermann? Ja, richtig. Auf die Art macht das Buch Rüttenauer sogar Spaß, auch wenn er erstaunlich oft von Bewältigung spricht. Ein paar Fußnoten, ein Glossar hätten den umfangreichen Band noch zugänglicher gemacht, findet der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2026

Dass immer mehr Lehrer darauf verzichten, im Unterricht Goethe zu lesen, bedauert Rezensent Ulrich Steinmetzger. Immerhin gibt's jetzt das neue Buch des "Goethekenners" Gustav Seibt, das bei Goetheunkenntnis Abhilfe schaffen könne: In 50 Kurzkapiteln bringt er den Dichter, Gelehrten und Weimarer Minister mit Zitaten und Gedanken näher, die er kurz einordnet und kontextualisiert und damit zur eigenständigen Weiterlektüre einlädt, lobt Steinmetzger. Er liest von Goethes schwankendem Verhältnis zu Napoleon ebenso wie von der Beziehung zu Christiane Vulpius, mit der Goethe einen Sohn hatte, und die er doch erst 16 Jahre nach dessen Geburt heiratete, aus Versorgungsgründen. Die kurzen Texte eignen sich gut für die heutige Zeit, in der längerfristige Aufmerksamkeit selten ist, findet der Kritiker, der einen Abschnitt zu "Goethes Brillenphobie" hervorhebt, der interessante Gedanken freilege zu unserem Verhältnis zu unterstützender Technik. Seibts Aufforderung, den Dichter immer wieder neu zu lesen, kann sich der Rezensent nur anschließen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 20.03.2026

Rezensent Michael Köhler schwärmt von Gustav Seibts Goethe. Ein unbeschwertes Buch für jede Jahreszeit, eine Werbung um und für Goethe, die sich Köhler gefallen lässt. Ausschlaggebend dafür ist für den Rezensenten Seibts Wille, über große Themen wie Krieg, Liebe, Sex, Geld oder Kunst einen "antigravitätischen Goethe" zu erschließen und zu präsentieren. Dazu passt laut Köhler, dass die Kapitel kurz, überschaubar und voller konkreter Goethe-Zitate sind, die uns die Welt fassbar machen, wie der Rezensent findet. Ob es um "Zeitenwenden" geht oder um den Glauben, Seibts Goethe erscheint dem Leser als zugänglicher, toleranter und unkonventioneller Weltbürger, so Köhler begeistert. 

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2026

Ein Geschenk für alle Goethe-Liebhaber ist dieses Buch, jubelt Rezensent Dirk Schümer. Und zwar eben nicht nur für Goethe-Neulinge, sondern auch für alte Goethe-Hasen, denen Seibt hier ein wahres Füllhorn an Erkenntnissen über den Schriftsteller kredenzt. Keineswegs schließt sich Seibt der Meinung jener an, die Goethes Leben für das wahre Kunstwerk des Schriftstellers und Dichters halten. Zwar schreibt Seibt auch über den Kleidungsstil, das Liebesleben und andere Aspekte der weltlichen Existenz des Literaten, insgesamt jedoch plädiert er dafür, zu den Texten selbst zurückzukehren. In denen kennt er sich wunderbar aus und vermag deren außergewöhnliche sprachliche Gestaltung, zum Beispiel hinsichtlich ihrer genialen Verknappung, gekonnt zu beschreiben, so Schümer. Alles in allem also ein Top-Goethebuch, an dem höchstens auszusetzen ist, dass es nach 272 Seiten schon wieder vorbei ist, so das Fazit dieser schwärmerischen Besprechung.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…