Seit Jahrhunderten haben die Straßen von Saint-Germain-des-Prés sowie die Terrains rund um das Quartier Latin Künstler, Musiker und Schriftsteller aus aller Welt in ihren Bann gezogen. Auf kleinem Raum entstand eine einzigartige, lebendige Atmosphäre, die vom intellektuellen Milieu der Pariser Universität ebenso lebte wie von den Salons, Ateliers, Studios und Cafés der künstlerischen Moderne. Sie ließ jenes für Paris typische Lebensgefühl eines melancholisch durchtränkten Glücks entstehen, das in den Pariser Chansons besungen wurde und das Ernest Hemingway in seinen Skizzen Paris - ein Fest fürs Leben beschrieben hat.
Hanns-Josef Ortheil durchstreift diese Zonen mit dem Blick eines Flaneurs von heute, der die verführerischen Winkel des alten "Paris, links der Seine" abseits von den touristischen Ecken auf intensive Weise neu erlebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017
Rezensent Stefan Fischer ist mit Hanns-Josef Ortheils Paris-Buch bestens gerüstet für seinen nächsten Streifzug durch Saint-Germain-des-Pres. Denn der Schriftsteller, der schon früh mit seinem Vater Paris besuchte und später dort studierte, zeigt ihm die Stadt links der Seine, jenseits der Touristenattraktionen: Wenn Ortheil - auf den Spuren Hemingways, Sartres oder Flauberts wandelnd - künstlerisches Flair, kulinarische Finessen und Pariser Debattenkultur erkundet, erhält der Kritiker hier nicht nur so praktische wie erlesene Tipps, sondern staunt auch, wie der Autor die Gegenwart der Stadt in ihrer kulturellen Vergangenheit spiegelt.
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