Herausgegeben von Gerald Funk und Tilman Fischer. Etwa zwei Jahre nach der Regierungsübernahme durch die NSDAP schrieb Hans Erich Nossack sein Drama "Der Hessische Landbote". Es war bereits sein siebtes Bühnenstück, blieb jedoch, wie die anderen auch, unpubliziert. "Der Hessische Landbote" ist eine filmisch angelegte, kunstvoll verdichtete Szenenfolge über Georg Büchner, seine Mitverschwörer und seine Verfolger. Es ist ein Stück über politisch-revolutionäres Handeln und seinen Preis und zugleich ein Stück über das Schreiben unter den Bedingungen einer Diktatur. Damit ist es gleichermaßen ein Beitrag zur Literaturgeschichte der "Inneren Emigration" wie ein seltenes Zeugnis zur Rezeption Georg Büchners aus dieser Zeit. Nossacks "deutsches Trauerspiel" wird hier, im Jahr von Büchners 200. Geburtstag, zusammen mit einem ausführlichen Nachwort erstmals der Öffentlichkeit vorgelegt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2013
Eine echte Wiederentdeckung bietet für Alexander Kosenina die Erschließung des "Hessischen Landboten" in der Fassung von Hans Erich Nossack durch Gerald Funk und Tilman Fischer. Der Text ist also mitnichten verschollen, stellt Kosenina fest. Nossacks Selbstinterpretation mittels des Büchnerschen Textes sieht Kosenina hier "behutsam" befragt. Sodass die Entdeckung des Textes durch Nossack dem Rezensenten am Ende wieder als die bemerkenswerte Leistung für die Büchner-Rezeption erscheinen kann, die sie tatsächlich ist.
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