Mit 55, teils farbigen Abbildungen. Warum träumen wir? Ist der Traum der "Hüter des Schlafes" oder eine "gesunde psychische Störung"? Was passiert, wenn wir träumen? Die Wissenschaft vom Traum erlebt zur Zeit eine Renaissance. Die neurobiologische Forschung, insbesondere die funktionelle Bildgebung, ermöglicht einen ganz neuen Blick auf das "Fenster zum Gehirn". Den Herausgebern und ihrem namhaften Autorenteam gelingt es, diesen facettenreichen Blick auf das Schlaf- und Traumgeschehen anschaulich und spannend darzustellen - mit den neuesten Erkenntnissen aus der empirisch-psychologischen, psychoanalytischen und neurobiologischen Schlaf- und Traumforschung. Fachübergreifend und praxisnah wird ein Bogen gespannt von den klinisch-therapeutischen Aspekten des Schlaf- und Traumgeschehens über aktuelle Forschungsergebnisse zur alten Frage des Lernens im Schlaf, tiefenpsychologische Aspekte des Traumes, Alpträume und Traumserien bis hin zu den Parallelen zwischen Träumen, Bildern und psychotischen Symptomen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2006
Aus der hier angepeilten Vermittlung zwischen Neurologie und Kulturwissenschaft mit dem Ziel einer interdisziplinären Traumforschung wird in diesem Buch nichts, meint Petra Gehring. Zu schwach fielen dazu die kulturwissenschaftlichen Beiträge des Bandes aus. Gehring aber nimmt's gelassen und nennt, was die Beiträge vollbringen "explizites Staunen". Über die Komplexität nämlich, die zumindest die versammelten neurowissenschaftlichen Beiträge zu einem Riesenberg auftürmen. Und wenn darin sogar von einem Paradigmenwechsel durch die bildgebenden Neuro-Verfahren die Rede ist, der alles bisher Gewusste über den Traum infrage stellt, wird die Rezensentin natürlich neugierig. Doch muss sie offenbar einstweilen mit dieser unaufgelösten Neugierde auskommen.
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