Er trug die Uniform der NVA 34 Jahre. An ihrem ersten Tag war er Offiziersschüler, an ihrem letzten General. Hans-Georg Löffler hat sich "hochgedient". Er war Truppenoffizier und Stabsarbeiter. Er besuchte die Frunse-Akademie in Moskau und die dortige Generalstabs-Akademie. Er trug den Marschallstab im Tornister. Gäbe es die DDR noch, wäre er heute vermutlich Minister. Die Militärkarriere Löfflers ist einzigartig und dennoch typisch DDR. Er kam aus einfachen, bescheidenen Verhältnissen wie so viele. In dieser Hinsicht war die NVA tatsächlich eine Volksarmee. Und er griff, wie andere auch, die gebotenen Chancen beim Schopfe. Darum steht seine Autobiographie stellvertretend für viele Lebensläufe in der NVA, welche in diesem Frühjahr vor einem halben Jahrhundert gegründet wurde. Und der man als einziger deutschen Armee nachrühmen kann: Sie führte nie Krieg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2006
Angetreten, den Aufstieg vom Maschinenschlosser zum NVA-General autobiografisch zu schildern, erfüllt Hans-Georg Löffler seine Aufgabe in tadelloser Haltung. Karl Wilhelm Fricke salutiert achtungsvoll vor soviel "militärischer Nüchternheit" und Anschaulichkeit. Interessant erscheinen ihm die sich bietenden Einblicke in die Persönlichkeitsstruktur eines Ex-Offiziers der DDR. Kann der Band ruhig eine verknappte Fassung eines bereits vor vier Jahren erschienen Buches sein. Über Löfflers Laufbahn, den militärischen Alltag und das Verhältnis zu den sowjetischen Kollegen liest Fricke gern auch zweimal.
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