Die Stadtoberhäupter Berghofer und von Dohnanyi schlossen 1987 die Städtepartnerschaft Dresden-Hamburg. Seither gab es eine Verbindung zwischen dem ostdeutschen Kommunisten und dem westdeutschen Sozialdemokraten. Berghofer, der weder an eine Zukunft der DDR noch seiner Partei glaubte, wollte 1989/90 mit vielen SED-Mitgliedern zur SPD übertreten. Die ostdeutschen Sozialdemokraten verhinderten dies. Das erwies sich als strategische Fehlentscheidung, an der die SPD noch immer trägt. Berghofer, damals als Hoffnungsträger gehandelt, kehrte der Politik den Rücken. Im Jahr 25 nach dem "Wendeherbst" holt er einzigartige, unbekannte Dokumente und Erinnerungen hervor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2014
Das Plädoyer des Autors für ein differenziertes Bild der DDR kann der Rezensent gut nachvollziehen. Wenn Wolfgang Berghofer, ehemaliger Dresdner OB und Stellvertreter Gregor Gysis in seinen Memoiren eigene Fehler eingesteht und unsentimental und offen über das marode Dresden anno 1986, seine Heimat und die Machenschaften der SED spricht, erkennt Stefan Locke das an und erkennt auch den Unterschied zu den üblichen Rechtfertigungsuadas anderer ehemaliger SED-Leute. Prädikat: lesenswert, findet der Rezensent.
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