Mit 510 farbigen Abbildungen. Mit spektakulären Gebäuden und städtebaulichen Projekten hat die niederländische Architektur in den letzten Jahren weltweit viel Aufsehen erregt. Dieses Buch zieht eine Bilanz der Baukultur des ausgehenden 20. Jahrhunderts und erläutert die Hintergründe ihres sensationellen Erfolgs. Anhand von Einzeluntersuchungen der wichtigsten Projekte wird der gemeinsame Nenner für dieses Phänomen gesucht. Dabei stellt sich heraus, dass es sogar in unserer Zeit der Internationalisierung und Globalisierung noch so etwas wie ein "holländisches Klima" gibt, eine Kombination aus einer spezifischen Mentalität und günstigen, in mancher Hinsicht einzigartigen Umständen, durch welche wiederum eine "typisch holländische" Entwurfskultur entstehen konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.02.2001
Mit den "vergleichsweise paradiesischen Zuständen" der urbanen Architektur in den Niederlanden hat sich unser Rezensent befasst. Zwei Bände will er uns diesbezüglich ans Herz legen: Bart Lootsmas "SuperDutch" (DVA) und "Die gebaute Landschaft" (Prestel) von Hans Ibeling.
Beide Autoren, schreibt Robert Kaltenbrunner, knüpften mit ihren Arbeiten an die bewusste Medialisierung der niederländischen Architektur an. Mit "klarem theoretischen Impetus, attraktiver Gestaltung und alles andere als langatmig" würden hier Rezeptionsmaßstäbe gesetzt. Bei Lootsmas allerdings scheint dies doch etwas besser gelungen zu sein, denn Kaltenbrunner beschreibt den Band des Niederländers als "so umfassend wie kurzweilig" - ein kaum zu überbietendes Lob -, während er "Der gebauten Landschaft" zwar eine "breitere Anlage" zugleich jedoch auch eine "weniger spezifische Aussage" zuspricht. Schwerpunktmäßig, so Kaltenbrunner, skizziere Lootsma anhand eines Dutzends impulsgebender Büros, "wie die niederländischen Protagonisten (...) gegen die technokratische Pointierung der modernen Architektur und für die Befreiung von einem immer stärker als beengend erfahrenen Erbe kämpfen". Ibeling dagegen stelle "bildgesättigt und nur höchst spärlich mit erklärenden Texten versehen" dar, wie sich viele Planer gegen das sogenannte "kreative Design" zur Wehr setzten und so jenseits der Systemkritik operierten.
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