Hans-Jürgen Heise meint, auch Autobiographien seien in gewisser Weise fiktiv. "Jeder Mensch besitzt Erinnerungsbilder, die sich selber unentwegt 'überschreiben' - entsprechend wechselnden Vorstellungen von sich und der ihn umgebenden Welt. Da wird die Phantasie nie arbeitslos. Sie tilgt; ändert ab; fügt hinzu. Das Ich ist ein offener Text, der fortwährend neue Wirklichkeiten halluziniert." Heises Buch ist im ersten Teil die Erzählung seines Lebens, im zweiten ein Folge von Standortbestimmungen, in denen die Zeitläufte transparent gemacht werden - bis hin in unsere medial bestimmte Epoche, die neuartige Denk- und Lebensmuster erzeugt hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2013
Was der Lyriker, Übersetzer und Essayist Hans-Jürgen Heise in seiner nun vorliegenden Autobiografie aufschreibt, trägt für Walter Hinck mitunter Züge des Angelesenen, wenn der Autor sich mit Astronomie, Philosophie und Psychologie befasst. Mühsam kämpft sich Hinck auch durch die Familienkonstellationen des Autors und durch spröde Nachrichten aus dem Wohnort Kiel. Fesselnd hingegen beziehungsweise exemplarisch wird es für Hinck, sobald Heise seine Erfahrungen aus dem Nachkriegsberlin zum Besten gibt oder an sich selbst den Wandel politischer und sozialer Leitbilder nach dem Krieg illustriert.
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