"Wohin damit?" fragt Enzensberger und meint die schwierige Entscheidung von Buchhändlern, in welches Regal sie Essaybände stellen sollen. Nirgends passen sie so recht hinein. Aber keineswegs hebt Enzensberger nun zur Klage an, im Gegenteil: Er feiert den Essay als "Außenseiter par excellence", der gerade dadurch privilegierte Immunität gewinnen kann, daß ihn sogar Verleger gewöhnlich mit spitzen Fingern anfassen. Für diesen Band hat er neben unveröffentlichten neuen Essays solche zusammengestellt, die zumeist verstreut bzw. nicht in Buchform veröffentlicht worden sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2003
"Eine Art von poetischer Eleganz" bescheinigt Rezensent Martin Meyer diesen zwischen 1976 und 2001 entstandenen Essays, an denen ihm besonders "der Blick des Realismus auf die Phänomene der modernen Doppelmoral" Eindruck machte. Oft genügten Enzensberger ein paar Notate, um das Thema zu definieren, schreibt der Rezensent, Gründlichkeit nach allen Seiten bleibe ausgespart. Was andere möglicherweise kritisieren würden, ist für den Rezensenten ein Qualitätsmerkmal. Denn "was manchem ... als Mangel an Ausdruck vorkommen mag, .. zeigt seine Kraft im ... Philosophieren darüber, wie wir leben, wenn wir nicht träumen". Nicht immer treffen Enzensbergers Bewertungen nach Ansicht des Rezensenten ins Schwarze. Seine Einschätzung des Fernsehens beispielsweise sind Meyer fast zu optimistisch. Aber summa summarum werde vieles gesagt, was den Ideenfluss belebe und die Tüchtigkeit des freien Denkens ermuntere.
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