20 Jahre nach der Wiedervereinigung legt der langjährige Leiter der Ständigen Vertretung seine Memoiren vor. Fast sein ganzes Berufsleben stand im Zeichen der deutschen Teilung. Höhepunkt der Laufbahn Hans Otto Bräutigams war die Leitung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR, die er von 1982 bis 1989 innehatte. Seine sehr persönlichen Erinnerungen spiegeln ein schwieriges Kapitel deutscher Zeitgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2009
Unglaublich erscheint der Rezensentin Dorothea Heintze, was in diesem Buch geschrieben steht. Und doch ist es wahr, nur fast vergessen und vom Trubel der 20 Jahrfeiern zum Mauerfall, wie Heintze schreibt, leider übertönt. Es geht um die Übersiedlungswelle von Ost nach West im Jahr 1984 und um das Leben als westdeutscher Diplomat in Ost-Berlin. Hans Otto Bräutigam lernt Heintze in diesem Buch als unbestechlichen Diplomaten "durch und durch" und als Politiker der kleinen Schritte kennen, der als "Ständiger Vertreter" in Ost-Berlin an der Übersiedlung seinen Anteil hatte. Auch im Hinblick auf den späteren Mauerfall hält Heintze diesen Anteil für beträchtlich.
Als nobles, "aufregend ruhiges Buch über bleierne Zeiten" lobt Rezensent Christoph Dieckmann das Erinnerungsbuch des früheren ständigen Vertreters der Bundesrepublik in der DDR, das ihn auch mit seinem seltenen "Willen zur Gerechtigkeit" und einer gewissen Selbstironie beeindruckt hat. Denn es biete nicht allein Alltagsbeschreibungen aus der DDR, sondern erzähle auch die Vorgeschichte der Ostpolitik Willy Brandts. Auch die Innenansichten aus dem "sagenhaften weißen Haus" an der Hannoverschen Straße, in dem die Ständige Vertretung untergebracht war, hat er mit großem Interesse gelesen, dessen schöne Bebilderung Dieckmann ebenfalls angenehm aufgefallen ist.
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