Die Geschichte der Bundeswehr und der NVA im Ost-West-Konflikt blieb ohne ein kriegerisches Aufeinandertreffen. Dennoch war die Vorbereitung auf einen heiß werdenden Kalten Krieg der Kernauftrag beider Streitkräfte und wurde mit unterschiedlichen Interpretationen zur Sicherung des Friedens in das jeweilige Selbstbild integriert. Parallel dazu kam der Sicht auf das Gegenüber ein zentraler Stellenwert zu, legitimierte sie doch letztlich die eigene Existenz. Klaus Schroeder vergleicht die Fremdsichten, die Bundeswehr und NVA ihren Soldaten vermittelten. Dabei spielten die politischen Rahmenbedingungen innerhalb der NATO bzw. der Warschauer Vertragsorganisation ebenso eine Rolle wie der Umgang mit den Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Und es geht um die Frage, welche Überzeugungskraft dieser Teil der Gefechtsausbildung und politischen Bildung unter den Soldaten entwickelte.Band 5 der Reihe "Deutsch-deutsche Militärgeschichte"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2023
Rezensent Ralph Rotte liest Klaus Schroeders Analyse deutsch-deutscher Militärgeschichte mit Interesse. Über die gegenseitige Wahrnehmung west- und ostdeutscher Streitkräfte zwischen 1950 und 1990 berichtet der Autor laut Rotte in komparatistischer Perspektive im Hinblick sowohl auf Ideologien als auch auf die konkrete militärische Ausbildung. Welche Rolle die USA und die Sowjetunion dabei spielten und inwieweit sich Theorie und Praxis voneinander unterschieden, macht die Studie laut Rotte deutlich.
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