In Wissenschaft und Praxis war bislang ungeklärt, ob und inwieweit industriepolitische Gesichtspunkte in die Fusionskontrollpraxis der Europäischen Kommission einfließen. Die zu prüfende Frage betrifft eine bislang nicht untersuchte Schnittstelle zwischen Ökonomie und Rechtswissenschaft von erheblicher wirtschaftlicher Tragweite. Das Werk schließt diese Lücke. Der erste Teil der Arbeit faßt industriepolitische Konzepte zusammen und stellt sie den Funktionen des Wettbewerbs gegenüber. Der nachfolgende Abschnitt analysiert materielle und institutionelle Einfallstore nicht-wettbewerblicher Zielsetzungen. Der Kernteil der Arbeit untersucht maßgebliche Einzelentscheidungen der Kommission unter Heranziehung der Fusionskontrollpraxis, der europäischen Rechtssprechung sowie mit Hilfe von mehr als 6000 Nachrichtenquellen, die über eine Datenbank erschlossen wurden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2002
Der Tübinger Kartelljurist Harald Mische hat EU-Fusionskontrollfälle, die in den letzten zwölf Jahren von Bedeutung waren, aufgearbeitet. Neben industriepolitischen Einflüssen auf die Fusionskontrolle und deren Rechtsgrundlagen betrachtet Mische, so Rezensent Werner Mussler recht beeindruckt, auch die tatsächliche Praxis der EU-Kommission in Fusionsfragen. Und das mit deutscher Gründlichkeit, wie der Kritiker positiv vermerkt.
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