""Für meine Enkel niedergeschrieben" - unter dieser Überschrift verfasst der Berliner Internist Hermann Strauß (1868-1944) Ende 1941 seine autobiografischen Notizen. In einer jüdischen Familie in Heilbronn aufgewachsen, beschreibt er darin seine ambitionierte medizinische Ausbildung an der Charité und seine Tätigkeit im Jüdischen Krankenhaus in Berlin. Hochengagiert leistet Strauß wegweisende wissenschaftliche Beiträge für die Spezialgebiete der Nephrologie und Gastroenterologie. Er ist publizistisch höchst produktiv und wirkt in einer Vielzahl von Fachgesellschaften mit. Strauß ist auch nach 1933 im Berliner Jüdischen Krankenhaus ärztlich tätig. 1942 werden er und seine Ehefrau deportiert. Seine Aufzeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt sind ein einzigartiges Zeitdokument eines Mitgliedes des dortigen Ältestenrates. Strauß stirbt im Oktober 1944 in Theresienstadt an den Folgen eines Herzinfarktes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2015
Als einzigartiges Dokument bezeichnet Hans-Jürgen Döscher die von Harro Jenss und Peter Reinicke herausgegebenen Aufzeichnungen des Arztes Hermann Strauß aus dem Innern der Jüdischen Gemeinde Berlin während des Dritten Reichs. Was der jüdische Mediziner im Getto und später in Theresienstadt, notiert, zeugt für Döscher von Durchhaltevermögen und menschlicher Größe. Das von der Tochter verfasste Vorwort findet er einfühlsam und informativ.
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