Herausgegeben von Anna Mikula. Als Fibel der Schlagfertigkeit wurde Harry Rowohlts Briefband "Der Kampf geht weiter!" ein Publikumserfolg. Nun erscheinen noch mehr beste Briefe vom Pavarotti der Schreibmaschine. Seine Briefe sind reinstes Kunsthandwerk aus Wörtern, perfekt durchkomponiert oder, nicht selten und noch besser, perfekt durchimprovisiert. Jeder ist ein Unikat, ein Geschenk des Autors an sich selbst und seine Korrespondenzpartner. Harry Rowohlt schreibt Briefe wie andere sich am Bart zupfen: unablässig, selbstvergessen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2009
Nach dem vor fünf Jahren erschienenen ersten Band mit "nicht weggeschmissenen Briefen" von Harry Rowohlt nimmt Martin Halter nun den zweiten Band in Augenschein und entdeckt angetan hinter der mitteilungsfreudigen narzisstischen Fassade ein "warmes, weiches Herz". Gewiss, die Briefe des als Hörbuchsprecher, Übersetzer und Seriendarsteller tätigen "Originalgenies" zeigen eine nicht immer angenehme Pointenverliebtheit und auch nicht alles, was Rowohlt so mitteilt, ist gleichermaßen interessant, räumt der Rezensent ein. Auf so manchen Dankesbrief oder die ein oder andere Lobeshymne auf Kollegen hätte Halter gerne verzichtet, übrigens auch auf die Lobhudeleien der Herausgeberin an Rowohlts Adresse. Dafür kann niemand so wunderbar Bittgesuche ablehnen wie er, preist der Rezensent, und einige Briefe, wie die Erklärung der Beziehungen zwischen Pu dem Bär, Kaninchen und Igel für einen 11-Jährigen, haben ihn richtig gerührt. Und auch wenn diese Briefe es in ihrer Bedeutung sicher nicht mit Goethes, Schillers oder Marx' Korrespondenz aufnehmen können, so hat sich Halter mit ihnen nicht selten herrlich amüsiert, wie er bekennt.
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