Mit jedem Tag, der vergeht, schreitet die Wissenschaft rasanter voran. Keine Entwicklung ist so offenkundig wie die Verwissenschaftlichung unserer Welt. Aber mit jedem Tag wird auch die Janusköpfigkeit des Unternehmens problematischer. Während das wissenschaftlich gestiftete Wissen ins Immense wächst, kann die kulturelle Weisheit mit der "Wissensexplosion" nicht Schritt halten, und während das System der Wissenschaft prosperiert, stellt sich immer dringlicher die Frage nach seiner Lenk- und Verantwortbarkeit. Dieses Buch erschließt Wissenschaftskritik 1. über Schlüsselkonzepte, die das Phänomen erkenntnis-, methoden-, fortschritts-, ideologie-, gesellschafts- und technologiekritisch analysieren; 2. über Positionen (aus Theologie, Psychologie, Ethik, Ökologie, Feminismus, New Age, Belletristik), die auf je verschiedene Art die wissenschaftlichen Konstruktionen des "Wirklichen" in Frage stellen; 3. über Problemdiskussionen, die immanente Schwächen und Fehlsteuerungen bloßlegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.09.2000
Rezensent Michael Hampe bringt gut zwei Drittel seiner Besprechung damit zu, auszubreiten, wie seine Version von Wissenschafts- und Kulturkritik aussieht, bevor er sich kurz Heuermanns Buch zuwendet, das dann, wie zu erwarten, schlecht wegkommt. Hier komme in einem "atemberaubenden Eklektizismus" alles zusammen, was sich an einschlägigen Äußerungen von Autoren mit Rang und Namen finden ließ. Eigenständigkeit vermisst der Rezensent dagegen und fordert einen "systematischen Gegenentwurf" zur wissenschaftlich geprägten Zivilisation.
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