August 1939. Flirrende Hitze in Mitteleuropa. Das Korn wird gemäht. Ferienzeit. Es könnten unbeschwerte Tage sein, aber etwas Verstörendes liegt in der Luft. Die einen sagen, ein neuer Krieg stehe bevor. Die anderen schwören, der Frieden sei sicher. In diesem unruhigen August schaut die Welt auf den Obersalzberg. Hier verbringt Adolf Hitler seinen Sommer. Von hier aus wagt er ein riskantes Spiel. Hauke Friederichs erzählt die Geschichte jenes Sommers, in dem die Welt am 1. September 1939 um 4:45 Uhr ins Chaos gestoßen wurde. Aus dem Funkenflug entstand ein Weltenbrand, und nichts war mehr wie zuvor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2019
Im Gegensatz zum dem ebenfalls gerade erschienenen Buch des Historikers Frederick Taylor konzentriert sich Hauke Friedrichs nicht auf das ganze Jahr 1939, sondern lediglich auf den August - und auf die Aktivitäten einzelner Personen wie Hitler, Stalin, Goebbels, Göring, die Manns, die Geschwister Scholl, Carl Jacob Burckhardt oder John F. Kennedy in den Tagen kurz vor Kriegsbeginn, erläutert Andreas Fahrmeir in seiner vergleichenden Besprechung beider Bücher. Dabei scheint der Kritiker Taylors Buch den Vorzug zu geben, denn zum einen bietet ihm Friedrichs nicht allzu viel Neues, zum anderen erscheint ihm die weltpolitische Lage begrenzt auf einen Monat unübersichtlicher als sie tatsächlich war. Auch die bemerkenswerte Bibliografie lässt den Rezensenten nicht über kleinere Fehler und die beinahe "artifiziell simple" Sprache hinwegschauen.
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