Heinrich Hannover

Die Republik vor Gericht 1954-1975

Erinnerungen eines unbequemen Rechtsanwalts
Cover: Die Republik vor Gericht 1954-1975
Aufbau Verlag, Berlin 1998
ISBN 9783351024802
gebunden, 495 Seiten, 25,51 EUR

Klappentext

Die Liste von Hannovers Mandanten spiegelt ein Stück bundesdeutscher Geschichte wider: Die Verfahren gegen Günter Wallraff, Ulrike Meinhof, Peter-Paul Zahl, Karl Heinz Roth, Astrid Proll, der Thälmann-Mordprozeß, das Wiederaufnahmeverfahren für Carl von Ossietzky und der Prozeß gegen Hans Modrow haben im ganzen Land Aufsehen erregt. Seine Fälle zeigten immer wieder, daß mit dem Rechtsstaat, der nach dem Unrechtssystem der Nazis in Deutschland entstanden war, mitnichten alles zum besten bestellt war. Heinrich Hannover hat seine Erinnerungen anhand der Prozeßakten und Tonbandmitschnitte verfaßt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2000

Der Staatsrechtler Ulrich K. Preuss hat in einer äußerst sachkundigen und anschaulichen Kritik die beiden Erinnerungsbände des Strafverteidigers Heinrich Hannover besprochen. Sie gäben einen guten Überblick über die vier unterschiedlichen Arten von politischen Strafprozessen in der Bundesrepublik: die Kommunistenprozesse in den fünfziger und sechziger Jahren, dann Mitte der sechziger Jahre die Prozesse gegen die Schüler- und Studentenbewegung, in den siebziger Jahren die Terroristenprozesse und schließlich die justizielle Bewältigung des Regimeunrechts der DDR. Das lese sich wie "eine autobiographische Fortsetzung für die Bonner Republik" - Heinrich Hannover, "ein Strafverteidiger von dezidiert bürgerlicher Herkunft" immer mittendrin. Obwohl Hannover über "heute geradezu abenteuerlich anmutende juristische Konstruktionen von strafrechtlicher Schuld" noch immer empört ist, erliegt er nicht der Versuchung, seine Gegner nachträglich moralisch zu besiegen, befindet Preuss. Schließlich lobt er noch die "klare, schnörkellose" Sprache: Man könne die Bücher auch "wie eine Serie aufregender Kriminalgeschichten lesen".

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