Gabriele Droste, Alfred Klaus

Sie nannten mich Familienbulle

Meine Jahre als Sonderermittler gegen die RAF
Cover: Sie nannten mich Familienbulle
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2008
ISBN 9783455500769
Gebunden, 302 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Beim BKA war er der Mann für schwierige Fälle, und er war ein Mann der ersten Stunde, als es galt, den eskalierenden RAF-Terror zu bekämpfen. Der oft von anderen befragte und zitierte Alfred Klaus erzählt erstmals selbst im Zusammenhang, wie er die Jahre 1971 bis zum Deutschen Herbst 1977 erlebte Bei der "Soko B/M" entwickelte der Erste Kriminalhauptkommissar Klaus höchst unkonventionelle Ermittlungsmethoden. Um zu verstehen, was in den Köpfen der jungen Menschen vor sich ging, die sich zur "Rote Armee Fraktion" zusammengeschlossen hatten, besuchte er Angehörige der Täter und studierte die Schriften, auf die sie sich beriefen. Er kannte die Terroristen und ihre Denkart besser als jeder andere Beamte. Das trug ihm unter Kollegen den Spitznamen "Chefideologe der RAF" ein, während Ulrike Meinhof ihn "Familienbulle" nannte. Der einzige "Bulle", mit dem Baader, Ensslin und Raspe vor ihrem Suizid noch sprachen - und der einzige mit der richtigen Idee zur Rettung Schleyers. Nur hörte keiner auf ihn.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.09.2008

Sehr nah an die Ereignisse in Stammheim im Oktober 1977 hat sich Rezensent Wolfgang Gast von diesem Bericht des einstigen BKA-Fahnders Alfred Klaus, dem die RAF das Etikett "Familienbulle" angeheftet hatten, weil er sich als einer der wenigen für das private Umfeld der Terroristen interessierte. Im Mittelpunkt dieses Rückblicks stehen für Gast natürlich die Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer sowie der Lufthansa-Maschine Landshut; mit beiden Aktionen sollten die inhaftierten RAF-Mitglieder, darunter Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe freigepresst werden. Der Sonderermittler Klaus hatte bis zuletzt mit den RAF-Terroristen in Stammheim gesprochen und nachdrücklich vor ihrem Selbstmord gewarnt, der eben auch Schleyers Tod zur Folge haben würde. Interessant ist für Gast, dass es Klaus als  verfassungswidrig wertet, dass die damalige Bundesregierung aus Gründen der Staatsräson einen Gefangenenaustausch abgelehnt und damit Schleyers Leben aufs Spiel gesetzt hat.

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