Ausgehend von der politischen Kritik, die Aristophanes in den "Wolken" am vorsokratischen Sokrates übt, gibt diese Schrift eine Antwort auf die Frage, weshalb die Philosophie die Wendung zur Politischen Philosophie vollziehen muss. "Warum Politische Philosophie?" handelt von einer philosophischen Politik der Freundschaft und von der Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der anspruchsvollsten Alternative der Philosophie. Sowenig der Autor die Philosophie als eine Provinz im Reich der Kultur, sondern als eine Lebensweise begreift, sowenig versteht er die Politische Philosophie als ein Feld im Garten der Philosophie. Sie ist vielmehr, so lautet seine These, eine besondere Wendung, eine Änderung der Blick- und Fragerichtung, die für die Philosophie einen Unterschied im Ganzen begründet, da die Philosophie einzig in der Politischen Philosophie zur Vollendung ihrer Reflexivität zu gelangen vermag.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2001
In der "Politischen Philosophie", so die zentrale These Heinrich Meiers in seiner hier veröffentlichten Antrittsvorlesung kommt die Selbstreflexion der Philosophie erst zu sich selbst. Nur dabei nämlich gehe es um die "Frage nach dem Richtigen", mit der sich die Philosophie in ständiger Selbstbefragung auseinanderzusetzen habe. Vollenden kann sich die Philosophie nur im ständigen Weiterfragen - und dadurch wird sie, laut Meier, zur dem Alltag entgegengesetzten Lebensweise. Der Rezensent Uwe Justus Wenzel findet die Ausführungen sehr respektabel, anerkennt auch, dass der skizzenhafte und "programmatische Charakter" dem Anlass geschuldet ist. In der Ausführung würde er dann aber gerne genauer erfahren, wieso nun die Philosophie "einzig" in der Politischen Philosophie Vollendung finden kann.
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