Herausgegeben von Raphael Gräfe. Eine Fiktion. Dieses einzigartige Dokument, Heinrich von Kleists fragmentarische Autobiografie "Geschichte meiner Seele", das bislang als verschollen oder als von Kleist vernichtet galt, wurde dem Herausgeber erst vor wenigen Monaten von privater Hand zugespielt. Es zeigt, dass Kleist noch weitaus länger als bislang gedacht sein autobiografisches Projekt verfolgte, nämlich bis in seine zweite Dresdner Zeit (1808). Der Text wirft ein neues Licht auf Kleists geistige und persönliche Entwicklung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2011
Kein gutes Haar lässt Rezensent Manfred Koch an Raphael Graefes Kleist-Fiktion "Geschichte meiner Seele". Wie er berichtet, hat das verloren gegangene Manuskript mit Kleists Autobiografie seit je Schatzgräber-Fantasien ausgelöst sowie das Bedürfnis, sich ihren Inhalt auszumalen. Genau dies versucht auch Graefe. Wie er das macht, findet Koch höchst "unglücklich". Es reicht seines Erachtens nicht aus, eine Erzählung zu verfassen, "die irgendwie nach 1800 klingen soll". Die Nachahmung von Kleists Sprach findet er misslungen und voll von Stilblüten. Kochs Fazit: ein Buch, das Welt nicht braucht.
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