Der Band des Kleist- und Kafka-Herausgebers Roland Reuß versammelt Kleist-Aufsätze, die um die Brandenburger Kleist-Ausgabe herum entstanden sind. Die Essays versuchen in detaillierten Werkanalysen, Kleists weit in die Moderne vorausgreifende Poetik darzustellen. Das Verhältnis von Edition und Interpretation steht dabei im Mittelpunkt des philologischen Interesses.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2011
Rezensent Manfred Koch begrüßt diesen Band mit Aufsätzen über Kleist von Roland Reuß, der zusammen mit Peter Staengle die Brandenburger Kleist-Ausgabe ediert. Die Intention des Autors sieht er darin, das Befremdliche, Sperrige an Kleist herauszustellen und ihn gegen vereinfachende Vereinnahmungen zu verteidigen. Trotz Polemik insbesondere gegen ältere und aktuelle konkurrierenden Kleist-Editoren und spekulativen Interpretationen der Dramen und Erzählungen hat Koch die Essays mit großem Gewinn gelesen. Er sieht Reuß Interpretationen von Kleist durchaus auf dekonstruktivistischer Linie. Demnach handelten die Texte "letztlich nur von ihrer eigenen Sinnverweigerung". Auch wenn er hier so seine Zweifel hat, ist er doch hocherfreut über die akribische Sorgfalt des Autors, jedes Iota Kleists ernst zu nehmen. Denn dies scheint ihm das beste Gegenmittel gegen die "biografische Versimpelung des Rätsels".
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